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Gedenkfeier für einsam Verstorbene

165 Neuköllnerinnen und Neuköllner sind im vergangenen Jahr ohne Angehörige verstorben. Sie wurden von meinem Gesundheitsamt ordnungsbehördlich bestattet. Heute haben die Kirchenglocken in Neukölln zu ihrem Gedenken geläutet. Hier geht es zur digitalen Gedenkfeier.

Hinter jedem Namen stehen ein Leben und eine Geschichte. Oft sind es Geschichten von enttäuschten Hoffnungen, vergessenen Träumen und verlorener Liebe. Aber, wie es in unser aller Leben ist, auch Geschichten von Momenten des Glücks, der Dankbarkeit und der Geborgenheit.

Diese Geschichten und die Namen ihrer Träger sind für immer verstummt. Wir gedenken diesen Menschen heute ganz unabhängig davon, wie sie ihr Leben gelebt haben. Einfach nur, weil sie Menschen, weil sie Neuköllnerinnen und Neuköllner waren.

Das ist die zweite Veranstaltung dieser Art in #Neukölln. An mich sind schon im Vorfeld viele Bedenken herangetragen worden. Kann es sein, dass Angehörige durch das Gedenken bloßgestellt werden? Dürfen wir die Namen der Toten einfach so veröffentlichen?

Ganz unabhängig von allen juristischen Spitzfindigkeiten und Bedenken ist für mich klar: das Gedenken an unsere Toten gehört zum Leben dazu. Und ein respektvolles Gedenken kann nicht falsch sein.

Es war mir ein besonderes Anliegen, dass wir diese Gedenkfeier in Neukölln haben. Ich danke den Initiatoren herzlich dafür, dass Sie es einfach mal gemacht haben. Ganz besonders danke ich der Ursa Paul Heilhausstiftung, die den Anstoß gegeben hat und viel Kraft investiert sowie dem Evangelischen Kirchenkreis Neukölln, der Evangelischen Fürbitt-Melanchthon-Kirchengemeinde und der Pfarrei Hl. Drei Könige Nord-Neukölln, die das ganze erst ermöglichen.