Tod eines wohnungslosen Menschen

In Neukölln ist in der vergangenen Woche ein obdachloser Mensch gestorben, den manche als Marco, manche als Marcus kennen gelernt haben. Es gab eine spontane emotionale Gedenkfeier von Anwohnern des Kiezes, Presseanfragen und Vorwürfe.


Worin sich fast alle einig sind: er war ein eigener Typ. Er wollte keine Hilfe. Nicht jene, die ihm angeboten wurde und auch kaum eine andere. Mein Sozialpsychiatrischer Dienst (SpD) hat mehrfach versucht Kontakt aufzunehmen und Hilfe anzubieten, was dankend abgelehnt wurde. Der Bezirk hat mit verschiedenen Angeboten, auch aus der Abteilung meines Kollegen Sozialstadtrat versucht zu helfen. Er war zu keinem Zeitpunkt eigen- oder fremdgefährdend, daher kamen auch keine Zwangsmaßnahmen in Betracht. Zuletzt konnten wir ihn nicht mehr antreffen.


Es gäbe noch viel über den Mann zu sagen, was ich aber denen überlasse, die er an sich herangelassen hat, die ihn kannten. Hier zum Beispiel.


Es fällt schwer, aus diesem Tod politische Schlussfolgerungen zu ziehen. Helfen kann man nur, wenn Hilfe auch gewollt und angenommen wird. Aber dennoch sehe ich meine politischen Forderungen nach einem Obdachlosenzentrum mit Sozialarbeit, Tee- und Wärmestube, Übernachtungsmöglichkeiten und weiteren Hilfen als wichtigen Schritt, der bisher vom Senat nicht angegangen wird.

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