Funktionstüchtiger Schulgarten liegt brach

Eigentlich sind grüne Nutzflächen in Neukölln sehr begehrt. Dennoch bleibt ein Schulgarten am Dammweg mit Gewächshäusern und Unterrichtsräumen ungenutzt.


Am Neuköllner Dammweg liegt, unweit der S-Bahnstation Köllnische Heide, etwas verwildert aber im Großen und Ganzen noch gut in Schuss, eine weitläufige Gartenanlage mit mehreren Nutzgebäuden.


Der Garten wurde ehemals von der Carl-Legien-Schule für die Unterrichtung von Gartenbauschülern verwendet, nach einer Profiländerung der Schule allerdings nicht mehr benötigt. Während ein Teil des Schulgartens, auf dem ehemals Wein angebaut wurde, inzwischen dem Schulhof der benachbarten Sonnengrundschule, um ihn zu erweitern, zugeschlagen wurde, blieb das übrige immer noch großzügige Gartengelände seither ungenutzt.


Dabei ist der Garten gut ausgestattet: Neben drei intakten Gewächshäusern befinden sich hier mehrere kleinere Unterrichtsgebäude und ein architektonisch bemerkenswerter Pavillon von Bruno Taut. Auch ein Schuppen, eine Obstbaumwiese und ein kleiner Teich gehören zum Gelände.


Umweltstadtrat Bernward Eberenz (CDU) zeigte sich bei einer Begehung des Grundstücks erstaunt darüber, dass dieser intakte Garten mit umfangreicher Ausstattung an Nutzgebäuden im Bezirk offenbar schon länger keine Verwendung findet. Auch die CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln kritisiert den Umgang des Bezirks mit dem Grundstück: „Gerade in Zeiten einer aufgrund der Corona-Pandemie sich dramatisch verschärfenden Haushaltslage sollte der Bezirk vermehrt auf die Instandsetzung und Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur setzen“, so der Fraktionsvorsitzende Gerrit Kringel.


Die Bezirksverordnete Elfriede Manteuffel, ebenfalls aus der CDU-Fraktion, sieht das ähnlich. Als Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Britzer Weinkultur hat sie den Garten aufgrund der ehemals dort angesiedelten Weinreben schon lange im Blick – und kritisiert die Untätigkeit des Bezirks bei der Entscheidung über eine geeigneten Nachnutzung für das Grundstück.

Stadtrat Eberenz und die CDU-Fraktion können sich etwa eine gemeinschaftliche Nutzung des Gartens als Schulgarten durch die Schulen in der Umgebung vorstellen – neben der Sonnen-Grundschule sind auch die Schule in der Köllnischen Heide, die Kepler-Oberschule und die Schule am Heidekampgraben ganz in der Nähe. Ein Beschluss der BVV-Neukölln, wo immer möglich, Schulen in Neukölln mit Schulgärten auszustatten für praktische Umweltbildung, liegt schon länger vor. Unmittelbare, haushalterisch und organisatorisch relativ aufwandsarme Umsetzung böte sich hier an – mit großem Gewinn für die Schulen, den Bezirk und die Schüler.

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