Demo gegen Karstadt-Schließung

Von den geplanten Schließungen dutzender Galeria-Karstadt-Filialen in ganz Deutschland ist auch der Standort in den Neuköllner Gropius Passagen betroffen. Angestellte und Unterstützer demonstrierten am 9. Juli für den Erhalt des Kaufhauses – mit dabei waren auch Bezirksverordnete der CDU-Fraktion.


Das Wetter spiegelte die Stimmung unter den Teilnehmern der Kundgebung passend wider: Bei strömendem Regen demonstrierten Angestellte und Unterstützer am 9. Juli gegen die geplante Schließung der Karstadt-Filiale in den Gropius Passagen. An dem stillen Protestmarsch nahmen insgesamt etwa 70 bis 80 Menschen teil. Neben Unterstützern von Verdi und anderen Galeria-Karstadt-Filialen war auch die CDU-Fraktion der Neuköllner BVV mit Elfriede Manteuffel und Christopher Förster vertreten.


Förster erklärte sich im Anschluss an den stillen Marsch in einer Rede, die er unter einem Regenschirm halten musste, im Namen seiner Fraktion mit den Angestellten solidarisch. Er lobte den Zusammenhalt unter den Kollegen und betonte die Bedeutung von Karstadt als Nahversorger für den Kiez, aber auch den ganzen Bezirk.


Die Konzernleitung hatte zuvor angekündigt, dutzende Standorte deutschlandweit zu schließen, darunter sechs der elf Filialen in Berlin. Nicht von den geplanten Schließungen betroffen ist die Filiale am Hermannplatz, mit der der Konzern weiterhin Großes vorhat: Ein geplanter Neubau soll unter anderem Räumlichkeiten für Kiez-Initiativen und Büros sowie eine öffentliche Dachterrasse mit Gastronomie und Kulturangeboten beinhalten.


Doch das Projekt trifft auf Widerstand, vor allem von linker und grüner Seite. Der Neubau drohe, die Kiez-Atmosphäre zu verändern und Mieten in die Höhe zu treiben, argumentieren sie. Die CDU-Fraktion nannte diese Haltung in der letzten BVV heuchlerisch. Wer sich jetzt mit den Angestellten der Filiale in den Gropius Passagen solidarisiere, müsse auch die Standortsicherung am Hermannplatz unterstützen. Denn eine Neuaufstellung sei unabdingbar zur dauerhaften Aufrechterhaltung des Standorts – und damit zahlreicher weiterer Arbeitsplätze im Bezirk.

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