Kranke raus aus ihren Wohnungen?


"unverantwortlich, gesundheitsgefährdend, asozial".


Diese Worte findet die Berliner Zeitung für die Bemühungen meines Gesundheitsamtes gegen die Pandemie.


Kritik kann hilfreich sein. Sie kann die Perspektive ändern und neue Ideen bringen. Aber das? Das ist eine Frechheit. Das ist ein Schlag ins Gesicht für 120 Männer und Frauen, die sich seit Monaten das Futter aus dem Ärmel reißen, sich Nächte um die Ohren schlagen und private Belange hinten anstellen.


Ich habe lange gut anderthalb Stunden mit Frau Leister von der Berliner Zeitung zu den Quarantänefällen in unserem Neukölln gesprochen. Ich habe den Eindruck, sie hat nichts verstanden. Gar nichts!


Kraft ihres Studiums des öffentlichen Gesundheitswesens - oder war es doch nur Ethnologie und Germanistik? - will sie alle Quarantänisierten in ein Krankenhaus unterbringen. Weil das verantwortungsvoll, gesundheitsfördernd und sozial sei.

Puh, womit fange ich an? Vielleicht damit, dass nicht alle Quarantänisierten auch krank sind. Schon gar nicht so krank, dass sie in ein Krankenhaus gehören.


Vielleicht fange ich auch damit an, dass man eine Infektion mit dem Virus eben nicht mal eben heilen kann. Neue Info: es gibt (noch) kein Heilmittel und (noch) keinen Impfstoff.


Oder ich fange damit an, dass es im Krankenhaus weniger angenehm ist als in den eigenen vier Wänden. Und zwar auch dann, wenn man sehr beengt wohnt. Das weiß jeder, der schonmal in einem Krankenhaus war. Das gilt umso mehr für das provisorische Krankenhaus auf dem Messegelände.


Krankenhäuser sind keine Hotels. Krankenhäuser sind keine Quarantänehäuser. Es sind Krankenhäuser. Mich schüttelt es richtig bei so viel Einfalt und Blauäugigkeit. Und ich bin froh, dass Mediziner über solche Maßnahmen entscheiden und nicht Journalisten, Germanisten oder Ethnologen.

Aktuelle Einträge
CDUB_Kreisverbandlogos__Neukölln.png