Ärger wegen Trimm-dich-Pfad


Die Situation des Gesundheitszentrums Lipschitzallee ist ohnehin prekär: Dauerbaustelle wegen mangelnden Sanierungsfortschritts, Ungewissheit über künftige Mietvereinbarungen und Streitigkeiten über fehlerhafte Betriebskostenabrechnungen. Jetzt sollen wegen der Errichtung eines Trimm-dich-Pfads im Rahmen des Masterplans 1.0 für den Campus Efeuweg auch noch Parkplätze gegenüber des Zentrums wegfallen, die von der Ärzte- und Patientenschaft genutzt werden.


Nicht nur bei Ärzten und Patienten treffen die Pläne, die nicht mit den Betroffenen abgestimmt wurden, auf Unverständnis. Unterstützung kommt von Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU). „Das Gesundheitszentrum ist eine wichtige Anlaufstelle für die Neuköllnerinnen und Neuköllner und braucht eine gute Anbindung an die Infrastruktur – auch und gerade für den Individualverkehr“, so Liecke. Denn nicht alle Patienten könnten auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen.


Ähnlich sieht das sein Parteikollege Gerrit Kringel. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln kritisiert: „Die Planung des Trimm-dich-Pfads hätte unbedingt mit dem Gesundheitszentrum abgestimmt werden müssen.“ Die Erreichbarkeit des Zentrums sei für die Neuköllnerinnen und Neuköllner unverzichtbar.


Das Gesundheitszentrum versorgt neben den Terminpatienten allein in der orthopädischen bzw. unfallchirurgischen Praxis 120 Akutpatienten. Hinzu kommen noch die Patienten der hausärztlichen Praxen. Damit ist das Zentrum ein essentieller Pfeiler der Gesundheitsversorgung im Bezirk.


Die CDU-Fraktion hat das Bezirksamt in einer mündlichen Anfrage aufgefordert, zur Entwicklung der Parksituation am Gesundheitszentrum Stellung zu beziehen und das Ausbleiben einer angemessenen Abstimmung mit den Betroffenen zu erklären. Insbesondere sollte das Bezirksamt dabei Auskunft darüber geben, ob die Erreichbarkeit des Zentrums für Menschen mit Behinderung gewährleistet bleibt.


In seiner Antwort argumentiert das Bezirksamt, die bestehenden Stellplätze seien nicht für das Gesundheitszentrum, sondern für die Nutzerinnen und Nutzer der Sportanlage gedacht und verweist auf die gute öffentliche Anbindung. In Bezug auf die mangelnde Abstimmung schiebt Bezirksstadträtin Karin Korte Anwohnerinformationsveranstaltungen vor – echte Beteiligung und Absprache sieht anders aus.


Die CDU-Fraktion und Stadtrat Falko Liecke halten daher an ihrer Auffassung fest, dass eine Einbeziehung des Gesundheitszentrums und die Berücksichtigung der Interessen der Ärzte- und Patientenschaft erforderlich gewesen wären und wollen sich weiter für die Belange der Betroffenen einsetzen.

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