Tests auf SARS-CoV-2

09/05/2020

Mein Gesundheitsamt und auch ich persönlich bekommen immer wieder Anfragen zu Tests auf das Virus SARS-CoV-2. Teils freundlich und verständnisvoll, teils in vollkommen unangemessenem Ton gegenüber meinen Kollegen und manchmal regelrecht aggressiv bis hin zu vollkommen irrationalen Forderungen.

 

Ich kann jede Verunsicherung aufgrund der aktuellen Lage verstehen. Wichtig ist aber:

 

1️⃣ Für den eigenen Krankheitsfall ist ein Test gar nicht entscheidend. Wer krank ist und (schwere) Symptome entwickelt, kommt in ein Krankenhaus und wird dort so gut es geht versorgt. Ganz egal, ob es Covid-19 ist oder eine andere Krankheit.


2️⃣ Mein Gesundheitsamt weitet die Tests aus. Auf Pflegekräfte, Feuerwehrleute, Polizisten und ähnliche Gruppen mit mindestens milden Symptomen einer Atemwegserkrankung. Das ist sinnvoll, weil diese Gruppen viel Kontakt mit Menschen haben und auch mit Risikogruppen.


3️⃣ Jetzt wo die Erkältungszeit vorbei ist, ist es auch sinnvoll, bei milden Erkältungssymptomen zu testen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass der Test positiv auf SARS-CoV-2 ist, steigt durch die geringere Wahrscheinlichkeit einer anderen Erkrankung.


4️⃣ Derzeit immernoch nicht sinnvoll ist das vollkommen blinde Testen ohne jegliche Indikation. Das produziert nur massenweise negative Ergebnisse, deren Aussagekraft nahe Null ist.


▶️5️⃣ Wichtigster Punkt: ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme. Wenn das Testergebnis nach bis zu 2 Tagen vorliegt, wissen wir nur, dass der Patient am Tag des Abstrichs negativ war. Es sagt nichts über den aktuellen Status aus. Und deswegen entbindet auch ein negativer Test niemals von den Hygiene- und Abstandsregeln.

Nochmal, weil es so wichtig ist: auch mit negativem Testergebnis sind die Hygiene- und Abstandsregeln zwingend einzuhalten.

 

Ich selber wurde bisher zweimal getestet. Beide Male mit epidemiologischer Indikation, weil ich teils engen Kontakt zu einem bestätigten Fall hatte und in meiner Familie passende Symptome aufgetreten sind. Um zu verhindern, dass ich unwissentlich den halben Krisenstab Berlins und den gesamten Pandemiestab Neuköllns infiziere, wurde schnell ein Abstrich gemacht. Zum Glück negativ.

 

Ein drittes Mal habe ich für den RBB gezeigt, wie das geht. Das gehört auch zu einer guten und transparenten Öffentlichkeitsarbeit dazu.

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