Corona im Pflegeheim in Britz

12/04/2020

Der RBB war da etwas spät dran mit seinem Bericht. Mein Gesundheitsamt ist seit dem 27. März vor Ort und hat die Lage im Griff. Keine Zeit für Skandale.

 

Was ist passiert? Ein Ehrenamtler hat bei seinem wöchentlichen Freizeitangebot für die Bewohner des Hauses vermutlich das Virus verbreitet. Er ist kurz darauf selbst stark erkrankt. Das ist besonders tragisch, da solche Angebote natürlich für die Bewohner sehr wichtig sind. Eine Schuld trifft ihn aber keinesfalls.

 

Nach der Meldung an mein Gesundheitsamt haben wir alle Bewohner und das Personal testen lassen. Von den insgesamt über 160 Personen waren 22 infiziert. Das infizierte Personal darf laut Empfehlung des RKI unter strengen Schutzmaßnahmen weiterarbeiten, ist außerhalb des Dienstes aber in häuslicher Isolation. Schon an dieser Stelle: danke, dass Sie trotz Ängsten und großem Stress weiter für die Bewohner da sind.

 

Die Bewohner sind in ihre Zimmern isoliert. Vor den Zimmern der positiv Getesteten wurden Schleusen installiert.

Warum haben wir die Einrichtung nicht geschlossen?
1. Ganz praktisch: es gibt nicht genug Plätze, um die Menschen dann unterzubringen.
2. Wichtiger noch: die Bewohner sind alt und teilweise schwer krank. Ein Transport ist bei vielen gefährlich oder jedenfalls starker Stress.
3. Was wir nicht gebrauchen können ist, potentiell infizierte Menschen in Pflegeheimen in der ganzen Stadt zu verteilen. Das ist das Gegenteil von Eindämmung.

 

Zwei Bewohner mit teils erheblichen und schon für sich genommen tödlichen Vorerkrankungen sind leider verstorben. Meine Gedanken sind bei ihren Angehörigen. Wir tun unser bestes, damit es nicht noch mehr Opfer zu beklagen gibt.

 

Ein letztes Wort. Ich bitte Sie alle, dazu beizutragen, dass uns das gelingt. Der beste Schutz ist Abstand. 1,5 Meter sind wirkungsvoller als alle Schutzmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittel dieser Welt. Bitte, nehmt es ernst.

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