IFEK-Infoveranstaltung bei den Grünen

24/02/2020

 

Bei einer Informationsveranstaltung der Grünen Neukölln zum Integrierten Friedhofsentwicklungskonzept kritisierte Umweltstadtrat Eberenz als Besucher die Bauvorhaben an der Hermannstraße.

 

Am Dienstag, den 18. Februar, luden die Grünen Neukölln zu einer Informationsveranstaltung zum IFEK, das als Planungsgrundlage für die Bebauung der Friedhofsflächen an der Hermannstraße dienen soll. Auf dem Podium waren unter anderem Bettina Neff vom evangelischen Friedhofsverband und Baustadtrat Jochen Biedermann vertreten.

 

Nach einer Vorstellung des Konzepts und der geplanten Projekte gab es Raum für Diskussion. Dabei beteiligte sich auch Umweltstadtrat Bernward Eberenz (CDU), der die geplante Bebauung in der Vergangenheit wiederholt umfassend kritisierte. Eberenz sieht durch die Bauvorhaben die Interessen des Bezirkes bezüglich Grüner Infrastruktur nicht wirklich berücksichtigt. Letzte naturnahe Flächen in Nordneukölln würden verloren gehen, die Biodiversität im Kiez weiter reduziert, binnenklimatische Wirksamkeit der Flächen massiv beschädigt. Auch in Sachen Klimawandelfolgeanpassung (Extremwetterresilienz) sei dieses Konzept nicht vertretbar, wie er in der BVV im Januar ausführlich erläutert hatte.

 

Bei der Diskussion am Dienstag ging es zunächst um die Anzahl der Baumfällungen, die im Falle einer Bebauung gemäß Vorstellungen des Friedhofsverbandes nötig würden. Erneut wurde Eberenz vorgeworfen, unzulässig die vom Friedhofsverband genannten Zahlen zu hinterfragen. Eberenz erläuterte daraufhin, warum die vom Friedhofsverband angegebenen Zahlen einer genaueren Prüfung nicht standhielten.

 

Allein für ein Teilprojekt wurden vom Ev. Friedhofsverband selbst bereits 18 Fällungen beantragt, diese Beantragung sei überhaupt erst der Auslöser für eine genauere Überprüfung der Zahlen in der Informationsbroschüre gewesen. Denn dort hatte der Ev. Friedhofsverband die Anzahl der zu fällenden Bäume mit 10-12 angegeben. Nach Prüfung durch das Umwelt- und Naturschutzamt sei aber von mindestens 39 + X unvermeidbaren Fällungen auszugehen.

 

Im weiteren Verlauf der Diskussion warf Dr. Susanne Kahlefeld, die für die Grünen im Abgeordnetenhaus sitzt, Eberenz vor, eine auf den fraglichen Flächen beheimatete Waldohreule vorgeschoben zu haben, um ein ihm missliebiges Projekt zu verhindern. Eberenz stellte hierzu klar, dass es sich keineswegs nur um eine Eule, sondern ein gutachtlich festgestelltes Habitat der streng geschützten Art Waldohreule, mithin mindestens um ein Eulenpaar mit Nachkommenschaft handele.

 

Bemerkenswert an diesem Abend war die Rollenverteilung: Grünen-Politiker, die über Artenschutz spotten und einen massiven Eingriff in biotopisch wertvolle Grünflächen im hochverdichteten Nordneukölln befürworten und ein CDU-Stadtrat, der sich für den Erhalt der grünen Kiez-Oasen einsetzt. Das haben allem Anschein nach auch einige der interessierten Besucher mit Erstaunen wahrgenommen.

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