Wo in Rudow der Hahn kräht

Kleintierzüchtergruppe D34 feiert 90. Jubiläum

Berlin/Rudow. Berlin ist ein Dorf, heißt es manchmal. Stimmt auch, wenn man sieht, wie viele Hähne allein in Rudow noch krähen, Enten noch watscheln, Kaninchen noch hoppeln. Zuchthähne, Zuchtenten und Zuchtkaninchen wohlgemerkt. Gehegt und gepflegt von der Kleintierzüchtergruppe D34 Berlin-Rudow. Mit einer artenreich bestückten Sommerschau feierte der Verein zwischen Sittichen, Tauben, Gänsen und sogar Nutrias mit vielen Gästen sein 90jähriges Bestehen.


Einmal im Jahr mobilisieren die Mitglieder alle Kräfte, um Kleintier-Freunden und Interessierten die Schönsten der Schönen ihrer Art und Rasse zu präsentieren. Eine tierische Schau, die ankommt: Mehr Besucher als ausgestellte Kleintiere zog es an zwei Schau-Tagen in den Vereinsgarten der Eigenheim- und Grundbesitzer Rudow – und davon gab es immerhin 1000 Exemplare zu sehen.


Farbenfrohe Finken, possierliche Zwerg-Hühner und stolze Tauben mit Namen wie Gould- und Binsenamadinen, rhönfarbene Löwenköpfchen oder rotfahlene altdeutsche Mövchen erfreuten zum 59. Mal große und kleine, alte und junge Gäste. Sie alle vereint die Verbundenheit zu den Tieren.


„Die Haltung von Puten oder Kaninchen war früher eher Mittel zum Zweck der Selbstversorgung. Heute dient unsere Zucht vor allem dem Erhalt der Artenvielfalt“, führt der Vorsitzende Eduard Rasmussen beim Etappen-Ritt durch die 90jährige Vereinsgeschichte aus.


„Damit ist klar, warum die Preise und Pokale einen großen Stellenwert für jeden Züchter haben. Sie sind nicht nur Anerkennung der Leistung, sondern eben auch Lohn für die Mühen, damit typische Rassemerkmale weiter Bestand haben“, sagt Gerrit Kringel. Als Vorsitzender der CDU-Fraktion Neukölln hat er einen Preis für den Tierpark Hasenheide dabei. Dort flattert nämlich eine besonders schöne rotstreifige Schöneberger Taube.


Markus Oegel hat als Vorsitzender der CDU-Rudow einen versüßten Gutschein für den Nachwuchszüchter Justin Schröder eingepackt. Neben dem Faible für Kaninchen, das im Übrigen die gesamte Familie teilt, gilt die Leidenschaft des 14-Jährigen den Nagern mit besonders dichtem Fell und langen orangen Frontzähnen: den Nutrias.


Stellvertretender Bezirksbürgermeister Falko Liecke hat ebenfalls Tierisches im Gepäck: einen Berliner Buddy-Bär. „Den stifte ich Ellen Imme. Die Zuchtwartin für Kaninchen hat nämlich bestens bewertete weiße Zwergseidenhühner“, so Liecke. Als Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit wünscht er dem Verein, dass vor allem viele Familien mit ihren Kindern den Weg zur Kleintierzüchtergruppe in Rudow finden: „Tiere tun gut. Sie stärken Empathie und Verantwortung. Doch gerade in der Stadt ist im eigenen Haushalt nicht immer Platz für Tierhaltung. Hier kommen sie in Kontakt.“


Dem pflichtet Ellen Imme bei und ergänzt: „Wer zu uns kommen will – egal in welchem Alter – muss nicht zwangsläufig eigene Tiere haben. Wir leben die Gemeinschaft.“


Wer Lust auf mehr Tierisches hat, schaut einfach unter www.d34.de oder kontaktiert den Vereinsvorsitzenden Eduard Rasmussen unter 030 / 663 23 66.



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