Mehr Kinderschutz

15/01/2020

Es ist eine Geschichte, die fassungslos macht. Gerade weil wir das Schicksal des Kindes nur in Umrissen kennen und so viel Raum für Spekulationen bleibt. In Eberswalde wurde ein 5-jähriges Kind offenbar mehrere Jahre lang sich selbst überlassen. Als das bekannt wurde, meldete das Jugendamt das nicht der Polizei.

 

Meine Entscheidung in einem solchen Fall wäre klar, kurz und zweifelsfrei: volle Kooperation mit den Ermittlungsbehörden. Sofortige Konsultation der Kinderschutzambulanz an unserem Vivantes Klinikum Neukölln und auch der Gewaltschutzambulanz an der Charite. Nur so können die allein ausschlaggebenden Rechte des Kindes gewahrt werden.

 

Dass jetzt offenbar auch noch die Herausgabe der Jugendamtsakte mit Verweis auf den Datenschutz (!) verweigert wird, ist leider richtig. Derzeit braucht es zwingend einen richterlichen Beschluss zur Herausgabe der Akte. Das kostet Zeit und ist nicht im Sinne des Kindes.

 

Meine weiteren Punkte für einen Kinderschutz auf Höhe der Zeit sind unter anderem:
✅ Einführung von verbindlichen Früherkennungsuntersuchungen ("U-Untersuchungen") mit Sanktionsmöglichkeit.

✅ Verbindliche Kinderschutzteams zur schnellen Intervention.

✅ Einheitliche Festlegung einer Fallobergrenze pro Jugendamtsmitarbeiter auf maximal 50 Fälle.

✅ Abschaffung des gesetzlichen Trägervorrangs (§ 4 SGB VIII) vor öffentlicher Leistung in der Jugendhilfe.

✅ Einführung einer gesetzlichen Reaktionspflicht der niedergelassenen Ärzte in Fällen von Misshandlungen.

✅ Fortbildungspflicht für Familienrichter im Kinderschutz und der Gerichtsmedizin.

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