Was bedeutet Obdachlosigkeit?

13/09/2019

Die Tee- und Wärmestuben in Neukölln unter Schirmherrschaft des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters, Falko Liecke, sind Anlaufstelle für bis zu 1000 Menschen monatlich.

 

Die übliche Assoziation von Wohnungslosen mit Alkoholismus, Kriminalität und Ruhestörung entspricht weder den Tatsachen noch dem Menschenbild des Diakonischen Werkes Simeon. Wir stehen vielmehr für den Anspruch auf eine zweite, dritte und x-te Chance. Unser Ziel ist es, Wohnungslosen Alternativen aufzuzeigen und ihnen so eine neue Chance zu geben. Dazu gehören für die Diakonie ausreichend Plätze in Übergangswohnheimen, eine adäquate sozialpädagogische Betreuung, die Hilfe zur Selbsthilfe und die Anstrengung, wohnungslosen Menschen schnellstmöglich wieder eigenen und privaten Wohnraum zu geben.

 

 

Was versteht man unter Obdachlosigkeit?

 

Von Obdachlosigkeit spricht man, wenn ein Mensch nicht über einen festen Wohnsitz verfügt. Viele Obdachlose müssen auf der Straße leben und im Freien, in Notunterkünften oder öffentlichen Einrichtungen übernachten. In Deutschland gibt es keine offizielle Bundesstatistik über die Anzahl wohnungsloser Menschen, weshalb nur Schätzungen durch die Wohlfahrtsverbände vorgenommen werden können. Als Obdachlose gelten dabei auch Menschen, die in Asylheimen, Notunterkünften, Frauenhäusern und Anstalten leben. Außerdem zählen auch Personen dazu, die zeitweise bei Angehörigen oder Freunden unterkommen, weil sie über keinen eigenen Wohnsitz verfügen. Insgesamt gelten hierzulande nach Angaben der BAGW (Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe) ca. 820.000 Menschen als wohnungslos. Ungefähr 20.000 Obdachlose leben auf der Straße. Darüber hinaus sind ca. 6000 Straßenkinder von Obdachlosigkeit betroffen. Die Zahlen für Berlin schwanken zwischen 4.000 und 8.000.

 

 

Freiwillige und unfreiwillige Obdachlose

 

Das deutsche Polizei- und Ordnungsrecht unterscheidet zwischen freiwilligen und unfreiwilligen Obdachlosen. Freiwillige Obdachlose ziehen von Ort zu Ort und besitzen im Gegensatz zu unfreiwilligen Obdachlosen keinerlei Ansprüche auf Unterbringung durch die zuständigen Behörden. Als unfreiwillige Obdachlose werden auch Menschen eingestuft, die vom Verlust ihres Wohnsitzes bedroht sind. Die Folgen von Obdachlosigkeit sind fatal: Wohnungslose leiden häufig unter Mangelernährung, schlechter Hygiene, ungenügender Kleidung sowie schlechter medizinischer Versorgung. Außerdem sind sie häufig der Witterung oder gar Gewalttaten ausgesetzt.

 

 

Welche Hilfsmaßnahmen gibt es?

 

Die Hilfsmaßnahmen für Obdachlose sind vor allem finanzieller Natur. So erhalten Obdachlose, die erwerbsfähig sind, seit der Zusammenlegung von Sozial- und Arbeitslosenhilfe Arbeitslosengeld II, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass auch die Kosten für eine Unterkunft übernommen werden. Bei unfreiwilligen Obdachlosen besteht seitens Städten und Gemeinden zudem eine Unterbringungspflicht. Die Unterkünfte müssen dabei einigen Mindestanforderungen genügen: ein ausreichend großer, beheizter Raum mit sanitären Anlagen und die Bereitstellung einer warmen Mahlzeit werden ebenso vorausgesetzt wie eine Küche, elektrische Beleuchtung und eine notdürftige Möblierung.

 

Auch für die medizinische Versorgung ist gesorgt: Obdachlosen, die nicht über eine Krankenversicherung verfügen, wird in Berlin von Hilfsorganisationen wie z.B. Medizin hilft e.V. kostenlos ambulante medizinische Hilfe in Tagesaufenthaltsstätten oder auf der Straße angeboten. Durch die sogenannten Tafeln haben Obdachlose überdies die Möglichkeit, kostenlos Lebensmittel zu erhalten. Bei der Suche nach einer Anstellung und einem festen Wohnsitz finden Obdachlose Unterstützung bei diversen Beratungsstellen.

 

Was leistet die Tee, -und Wärmestube Neukölln?

  • Fachkundige Sozialpädagogische und psychosoziale Betreuung

  • Aufbau und Pflege sozialer Kontakte

  • Förderung und Selbsthilfe

  • Hilfe bei der Alltagsbewältigung

  • Verpflegung

  • Duschen und Wäschetausch

  • eine integrierte Kleiderkammer durch Spenden der Bevölkerung (Oberbekleidung) Unterwäsche und Socken müssen zugekauft werden

  • Versorgung mit Artikeln aus dem Sanitärbereich

  • Postangelegenheiten

  • Ausflüge (Zoo, Picknick, Museumsbesuche etc.)

  • Spielenachmittage (Karten und andere Spiele)

  • Kino- und Theaterbesuche

  • Bereitstellung von Zeitschriften, Büchern sowie PC mit Internetanschluss

  • Sport und Freizeit in Parkanlagen

  • Unterstützung bei der Arbeitsplatz, - und Wohnungssuche

  • Beratungen zur Alltagsbewältigung

  • Ansprüche auf Rente, Wohngeld, WBS und Krankengeld

  • Vermittlung von Notunterkünften und Wohnprojekte

  • Arbeitsplatzsuche und Bewerbungen

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