Philip Morris Werk schließt

04/06/2019

Schock für die Belegschaft des Zigarettenherstellers Philip Morris (PMI) in Berlin-Neukölln. 1050 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Es ist einer der größten Arbeitgeber in Neukölln. Weil der Absatz von versteuerten Zigaretten in Europa zurückgeht, gibt es erhebliche Überkapazitäten.

 

Rund 75 Arbeitsplätze sollen am Standort Berlin erhalten bleiben, um weiterhin den europaweiten Bedarf an Volumentabak zu produzieren. Etwa 25 Arbeitsplätze werden nach Dresden und Gräfelfing ausgelagert. Für 950 Mitarbeiter sollen sozialverträgliche Lösungen vereinbart werden.

 

Falko Liecke hatte sich bereits kurz nach Bekanntwerden der Konzernpläne geäußert: "Das ist ein schwerer Schlag für unser Neukölln und die über tausend Beschäftigten bei Philip Morris. Und es ist eine denkbar radikale Maßnahme, die angesichts von Milliardengewinnen Fragen aufwirft.

 

Ich nehme das Unternehmen beim Wort. Die bestmögliche Unterstützung für alle Betroffenen besteht aus einem Sozialplan, angemessenen Abfindungen, nachhaltige Hilfe bei der Neuorientierung und bei Umschulungen.Philip Morris muss Verantwortung für ihre 'Berliner Originale' übernehmen.

 

Der Bezirk und das Land Berlin wird sich einbringen und den Menschen zur Seite stehen. Aber in erster Linie ist das Unternehmen am Zug, für seine Beschäftigten zu sorgen."

 

Dies ist für die CDA Kreisverbände von Spandau und Neukölln ein trauriger Tag. Sie pflichten Freddy Adjan, dem stellvertretenden Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bei: "Wenn das Werk Berlin von Philip Morris hochprofitabel arbeitet, und seit Jahren schwarze Zahlen schreibt, dann handelt Philip Morris sozial unverantwortlich, wenn gute, tariflich abgesicherte Arbeitsplätze von 950 Menschen bis zum Jahresende vernichtet werden sollen", so die Vorsitzenden der CDA Neukölln und Spandau, Friedrich Sütterlin und Gabi Gassner.

 

„Es ist unverantwortlich und heuchlerisch, wenn Philip Morris seit Jahren die Leistungen und den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – der ‚Berliner Originale‘ – betont und ein ‚verantwortungsvolles, langfristiges und stabiles Wachstum‘ proklamiert und mit einem Schlag diese Leute, die dem Unternehmen seit Jahrzehnten Milliardengewinne erwirtschaftet haben, auf die Straße setzt und ohne Not damit auch ihren Familien die Lebensgrundlage entzieht“, greift Adjan das Unternehmen für die Entscheidung an.

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