Adé an eine Visionärin rund um Adieus

18/09/2018

Berliner Hospizbewegung sagt Danke an Dorothea Becker

 

Berlin/Neukölln. Abschiede gestalten - das kennt sie. Das kann sie. Speziell den für immer. Als Geschäftsführerin von Berlins ältestem Hospiz, dem Ricam, hat Dorothea Becker das letzte Adieu die vergangenen 20 Jahre gelernt und gelehrt. Gelernt von und mit vielen Sterbenden. Gelehrt für und mit vielen ihrer Mitarbeiter. Abschiede gestalten in einem festlichen, individuellen, ehrenvollen Rahmen ist nun mal Dorothea Beckers Profession. Mehr noch: Ihr Antrieb, ihre Erfüllung, ihre Lebensaufgabe. Jetzt hat sie selbst Abschied genommen. Von ihrem Arbeitsplatz. Um in den Ruhestand zu gehen.

 

Doch so sang- und klanglos, still und leise, wie sie sich ihr Adé nach einer Zeit der Doppelspitze gedacht hat, kam der letzte Arbeitstag dann eben doch nicht. Schließlich hat ihr gesamtes Team in den letzten zwei Jahrzehnten viel gelernt, von einer, die tagein, tagaus kleine und große Freuden, Feierlichkeiten und Abschiede für andere verwirklicht hat. Umso heimlicher, stiller und leiser haben die Mitarbeiter ein sang- und klangvolles feierliches Abschiedsfest für sie gezaubert. Hinzu geladen hatten sie nicht nur ehrenamtliche Mitarbeiter, sondern auch langjährige Wegbegleiter, Partner, Förderer und Freunde des Ricam Hospizes sowie Kollegen aus der Verbands-, Stiftungs- und Hospizbewegung. Festlich, individuell und ehrenvoll hat jeder auf seine Weise Danke an Dorothea Becker gesagt.

 

Direkt oder per Video-Botschaft -  u.a. diese Menschen sagten Danke an Dorothea Becker:

 

Dr. Astrid Steinmetz, die im Ricam Hospiz als Musiktherapeutin mit Rhythmus, Melodie und Dynamik auf Seele, Körper und Geist der Patienten einwirkt, sagte Danke dafür, dass sie einst als Krankenschwester im Neuköllner Krankenhaus von der Onkologiestation 23 „den Mut hatte, sich in den Wind zu stellen, um der visionären Idee Raum zu geben,“ damit unheilbar kranke Menschen eine bessere medizinische und pflegerische Sicherheit bekommen.

Johannes Schlachter, Hospizleiter im Ricam, für „die Klarheit und die Kraft, für die sie seit jeher die Verhandlungen für das Hospiz gegenüber Krankenkassen und anderen Übermächten geführt hat.“

Dirk Müller, Vorstandsvorsitzender des Hospiz- und PalliativVerbandes Berlin e.V. für „die Portion Pragmatismus in den gemeinsamen Projekten, den vorbildlichen Mut und die Freundschaft.“

Ulf Bodenhagen, Vorstand der Stiftung Leuchtfeuer in Hamburg dafür, dass sie „Vorbild ist und bleibt, weil ihre Stimme ein wertvolles Gewicht hat.“

Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands e.V., dafür, dass sie „von Anfang an ein Motor für Hospize auch auf Bundesebene gewesen ist.“

Falko Liecke, stellv. Bezirksbürgermeister Neukölln, dafür, dass sie seit 20 Jahren dafür sorgt, dass im Ricam Hospiz viele Menschen in ihren letzten Lebenstagen derart fürsorglich und respektvoll gepflegt werden, wie dies bei seinem eigenen guten Freund der Fall war.

Wolfgang von Schretter, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Ricam Hospizes e.V., dafür, dass sie ein sehr gut bestelltes Haus hinterlässt.

Boris Rahming, Vize-Präsident des Lions Club Berlin-Kurfürstendamm, sagt´s mit einer besonderen Ehrung – der Verleihung der Medal of Merit. Es ist die höchsten Auszeichnung des Lions Club für hervorragende Verdienste. Dafür gab es Standing Ovations vom gesamten Publikum.

Dr. Petra Anwar, Palliativärztin von erster Ricam-Stunde an, dafür, dass sie „Sponsorenfinderin, politische Gremienhüpferin, Finanzmitteleintreiberin“ und so vieles mehr ist, was sie als „Mutter des Hospizes“ verkörpert.

 

All diese Rollen wird von nun an Toska Holtz, als Nachfolgerin von Dorothea Becker ausfüllen. Nach drei Monaten einer bewusst geführten Doppelsitze und sieben vorangegangenen Jahren als Verwaltungsleiterin des Hospizes ist sie bestens gerüstet, um die Geschäfte des Ricam zu führen. Derweilen will Dorothea Becker die Tage im Ruhestand mit „viel unbewirtschafteter Zeit“ genießen. So nennt Becker die Lebensphase, in die sie nun startet. Ein Abschnitt ohne große aufgeschobene Träume, sondern für die kleinen, schönen Dinge des Lebens, zu denen die Mutter und zweifache Oma auf jeden Fall viel Zeit für ihre Familie und fürs Draußen-Sein zählt.

 

Da trifft das Geschenk einer Jahreskarte für den Berliner Zoo, den Tierpark und das Aquarium von Kollegen und allen ehrenamtlichen Mitarbeitern genau den künftigen Freizeit-Geschmack. Passend dazu gab es von Gerrit Kringel, Vorsitzender der CDU-Fraktion Neukölln, einen Gutschein für eine Extra-Portion Gute-Laune-Zeit mit ihren persönlichen Lieblingszootieren: den Erdmännchen. Irgendwie nicht weiter verwunderlich, sind diese lustigen, kuscheligen Wesen doch für ihr besonders ausgeprägtes Sozialverhalten bekannt.

 

Während Becker also Erdmännchen füttert oder doch ehrenamtlich in der Flower-Power-Blumen-Gruppe des Hospizes werkelt, wartet auf ihre Nachfolgerin Holtz bereits die nächste große Mission: Der Aufbau eines Hospizzentrums in Berlin mit dem ersten Tageshospizes für unheilbar kranke Menschen ab dem 18. Lebensjahr. Ein solches Angebot gibt es in der geplanten Angebotstiefe bislang weder in Berlin noch in Deutschland.

 

Der Standort dafür steht bereits: Orchideenweg 77 in Rudow. Bausteine und Fugen für das einzigartige Zukunftsprojekt werden in Form von Spenden jedoch nach wie vor gebraucht. Das geht sogar mit dem Kauf eines Tickets für die große Hospizgala am 3. November 2018 im Estrel Hotel in Berlin-Neukölln.

 

Mehr Infos zum Tageshospiz, Spende-Optionen und zum Ball unter Sternen unter: www.ein-augenblick-leben.de/spenden/ bzw. www.ball-unter-sternen.de.

 

 

 

 

 

 

 

 

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