PM: Fehlender Weitblick auf mobile Drogenszene

27/08/2018

PRESSEMITTEILUNG:

Drogenkonsumraum zieht in Neuköllner Karl-Marx-Straße

 

Neukölln kämpft zunehmend mit Dealern hinter Park-Büschen, Spritzen auf Spielplätzen und Abhängigen in Hausfluren. Darum werden Anwohner hellhörig, wenn ein regionaler Suchthilfedienst seinen Standort wechselt. So wie nun die Kontaktstelle Druckausgleich der Fixpunkt gGmbH. Sie muss raus aus der Warthestraße 5 und zieht als niedrigschwellige Anlaufstelle für Drogenkonsumenten aus der Region Neukölln-Treptow-Köpenick in die Karl-Marx-Straße 202. Der Umzugstransporter ist bereits für den 29. August bestellt. Bis Ende des Jahres soll der Umbau fertig sein.

 

 

Anlässlich der in der Magdalenenkirche extra einberufenen Einwohnerversammlung zur Information über den neuen Standort des festen Drogenkonsumraums erklärt Gerrit Kringel, Vorsitzender der CDU-Fraktion in Neukölln:

 

„Neukölln ist inzwischen Berlins härtester Drogen-Hotspot. Darauf wollen und müssen wir reagieren. Soweit dies mit den vorhandenen Kapazitäten geht, geschieht dies bereits: Polizei, Ordnungs- und Grünflächenamt, Quartiersmanager, Straßensozialarbeiter, Drogenhilfe und Neuköllns Stadtrat für Jugend und Gesundheit arbeiten im Sinne der Prävention, der Suchthilfe und der Repression eng im Kampf gegen die illegale Drogenszene zusammen.

 

Angesichts der spür- und sichtbaren Verlagerung des Drogen-Schwerpunkts aus anderen Bezirken nach Neukölln gleicht dies jedoch einem Kampf gegen Windmühlen. Kapazitäten, Ressourcen, Personal und Mittel, die das Land Berlin bereit hält, reichen bei weitem nicht, um systematisch und zielgruppenorientiert zu intervenieren.

 

Dies ist höchst bedauerlich, jedoch kaum überraschend. Bislang gibt es noch nicht einmal einen gesamtstädtischen Lagebericht zur Drogenszene. Doch wo es keine Daten, Fakten, Übersichten gibt, kann es auch keine Strategie geben. Ausbaden muss dies indes unser Bezirk samt seiner Anwohner.

 

An Weitblick fehlt es auch, wenn es um die sich stetig wandelnden Drogen-Hotspots geht. Die Drogenszene ist anpassungsfähig und reagiert auf Veränderung. Die logische Konsequenz aus dieser Mobilität muss deshalb in mobilen Beratungs- und Konsumangeboten liegen und eben nicht in festen Drogenkonsumräumen. Doch genau ein solcher wird nun hier in der Karl-Marx-Straße geschaffen.

 

Die Mittel für die hohe Miete könnte allemal besser investiert werden. So muss dringend die Arbeit des Straßenpräventionsteams und der Straßensozialarbeit verstärkt werden. Ebenso sinnvoll wäre es, das eingeschränkte Öffnungsangebot des Drogenkonsum-Mobils auszuweiten. Schließlich ist die Akzeptanz der Bürger hinsichtlich von Hilfsangeboten für Drogenabhängige hoch. Sie wünschen sich jedoch, dass die Angebote an die Lebensrealität angepasst werden. Suchtkranke Menschen halten sich nun einmal schwerlich an Öffnungszeiten von Montag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr.“

 

Kontakt: Gerrit Kringel, Fraktionsvorsitzender

CDU-Fraktion Neukölln

Karl-Marx-Straße 83

12040 Berlin

 

Telefon: 030 – 90239 3543 

www.cdu-fraktion-neukoelln.de  

Mail: cdu@bezirksamt-neukoelln.de

 

 

 

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