20 Jahre Ricam-Hospiz

21/06/2018

Mit und ohne WM: Der Ball der Berliner Ricam-Hospizbewegung rollt weiter

 

Die einen denken in WM-Zyklen, die anderen in Lebenswerken, manche nur mehr in Tagen oder gar Stunden. Welche Rolle Zeit im Leben eines Menschen spielt, konnte jeder Gast beim Fest zum 20-jährigen Bestehen des Ricam-Hospizes variantenreich miterleben.

 

Lachen, tanzen, fröhlich sein und dabei die eigene Endlichkeit nicht aus den Augen verlieren: Die Gäste der 20-Jahre-Ricam-Hospiz-Feier konnten die im Heimathafen Neukölln aufgestellte Tafel – ein Kunstprojekt von Candy Chang – nutzen, um ihre Wünsche zu visualisieren. © Foto: Sandra S. Schmid

 

Auf den Tag genau 20 Jahre nachdem Gründerin Dorothea Becker den Ball für das erste stationäre Hospiz in Berlin ins Rollen gebracht hatte, feierte sie zusammen mit 350 Gästen die Zeit von der ersten Idee für einen Ort des würdevollen Sterbens in der Hauptstadt bis ins Heute, wo sie eine Mannschaft von 50 Mitarbeitern und 100 ehrenamtlichen Helfern lenkt.

 

Und weil hinter alledem nicht nur ein persönliches Lebenswerk, sondern ein erfolgreiches Leuchtturmprojekt aus Neukölln für ganz Berlin steckt, tummelten sich vor, hinter und auf der Sofa-Talkshow-Bühne jede Menge Lokalpolitiker, Vertreter der Hospiz- und Palliativbewegung sowie Freunde und Wegbegleiter der letzten zwei Ricam-Jahrzehnte.

 

Auch Gerrit Kringel, Fraktionsvorsitzender der CDU Neukölln, war dabei. Dabei als „Die Rixdorfer Perlen“ mit ihrer Neuköllner Stammtisch-Revue vom Leder zogen. Dabei als der Autor und Kabarettist Horst Evers seinen ganz persönlichen Rückblick auf die letzten 20 Jahre Leben zum Besten gab. Dabei als die Geschäftsführerin Dorothea Becker genau den Schritt vollzog, der als ein Kernelement in der Hospizarbeit gilt: Loslassen.

 

Doppelt spitze dank (vorübergehender) Doppelspitze:

Um den vor 20 Jahren von Ricam-Gründerin Dorothea Becker (r.) ins Rollen gebrachten Ball so geschmeidig wie möglich an die neue Geschäftsführerin Toska Holtz weiter zu kicken, halten bis Oktober 2018 beide Power-Frauen das Hospiz am Laufen. Gerrit Kringel, als Fraktionsvorsitzender der CDU Neukölln, gratulierte zu diesem weitsichtigen Wechsel. © Foto: Sandra S. Schmid

 

Oder anders gesagt: Den Ball, den sie einst ins Rollen brachte, den sie zwei Jahrzehnte erfolgreich im Spiel hielt, mit dem sie die Ligen der Achtung, Achtsamkeit und Menschlichkeit erklomm, gewollt und gekonnt weiterspielen. In Richtung Toska Holtz, der bisherigen Leiterin der Verwaltung der Ricam gGmbH. Die studierte Betriebswirtin hat den Geschäftsführer-Ball an diesem Abend von der gelernten Krankenschwester zugekickt bekommen. Noch bis Oktober 2018 werden sie ihn gemeinsam drippeln. Danach will die Gründerin des Ricam Hospizes nur noch auf eine Art Ball spielen: Als Rentnerin zusammen mit ihren Enkeln.

 

Die neue Geschäftsführerin Toska Holtz hingegen jongliert dann schon Bälle für das nächste Berliner Pionierprojekt: Den Bau eines geplanten Hospizzentrums mit erstem Tageshospiz für Erwachsene. Natürlich wieder in Neukölln. Nämlich im Orchideenweg 77. Der Unterstützung durch die CDU Neukölln kann sie sich dabei sicher sein. „Wenn es beim Bau irgendwie, irgendwo hakt, dann melden sie sich. Wir werden unser Möglichstes tun, um zu helfen“, bietet Kringel der neuen Geschäftsführerin seine Unterstützung an.

 

Übrigens: Sollten Sie - mit oder ohne WM - wollen, dass auch im Orchideenweg 77 der Ball der Hospizbewegung rollt und rollt und rollt, dann klicken Sie auf www.ein-augenblick-leben.de. Dort gibt es alle Infos über das Zukunftsprojekt. Oder tanzen Sie im November einfach fürs Ricam beim Ball unter Sternen. Mehr dazu unter www.ball-unter-sternen.de.

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